1.Erläuterung des Trancezustandes:

 

Während der Hypnose selbst bist du innerlich wach und klar. Du schläfst nicht und bist auch nicht weggetreten. Im Gegenteil, auch in einer tiefen Hypnose bist du voll da, wirst du zugleich deutlich mehr Zugang zu Gefühlen haben und meist auch mehr innere Bilder sehen als im Wachzustand. Rein theoretisch könnte man eine Hypnose auch bewusst beenden, indem man einfach die Augen öffnet. Ich empfehle dir aber, dieses nicht zu tun, da wir wichtige Entwicklungsprozesse in der Hypnose durchlaufen möchten, bis sie komplett abgeschlossen sind.

 

2.Amnesie:

 

Du wirst alles mitbekommen, was in der Hypnose passiert. Im Regelfall wirst du dich auch an alles oder zumindest fast alles aus der Hypnose gut erinnern. Es kann vorkommen, dass nach einer Hypnose hier und da ein kleiner Teil aus der Hypnose nicht mehr ganz präsent ist, erwarte bitte nicht, dass du eine Art Gedächtnisverlust über den Zeitraum der Hypnose erleidest.

 

3.Vorbereitung auflösende Hypnose:

 

Wenn du bemerkst, dass in der Hypnose Gefühle in dir aufsteigen, auch belastende Gefühle, wie Traurigkeit, Angst oder andere, dann lasse diese Gefühle zu. Hier ist der Platz und der Raum, um Emotionen, die dich bislang belastet haben, nach und nach aufzuräumen. So als würden wir jedes Mal, wenn du hier bist, alte Möbel ausräumen. Idealerweise arbeiten wir solange, bis dein innerer Raum komplett frei ist von Unrat und sich dann wieder - quasi wie von alleine - neu gestaltet.

Wenn in der Hypnose starke Gefühle aufsteigen, dann kann dies beinhalten, dass du weinst, dass dein Körper sich anspannt oder zittert oder ähnliches. Egal was kommt, lasse es einfach kommen. Kein Gefühl dauert ewig, außerdem bin ich bei dir, um dich in der Hypnose zu begleiten. Du kannst in einer Hypnose auch jederzeit mit mir sprechen und dich mitteilen. Ab und zu werde ich dich fragen, was du wahrnimmst, um Gefühle zu stimulieren und um zu verstehen, wo du dich gerade befindest. Wir werden in der Hypnose über den Zeitraum der Trance immer „Du“ sagen, weil der Zugang zum Unterbewusstsein dann am direktesten ist.

 

4.Direkter Effekt nach einer Hypnose:

 

Es ist durchaus möglich, dass du dich nach einer Hypnose ganz schön geschafft fühlst. Belastende Gefühle anzugehen, ist für dich - aber auch dein Gehirn - durchaus anstrengend. Nimm dir daher für den Zeitraum nach einer Hypnose nichts Anstrengendes vor.

 

5.Nachhall-Effekt der Hypnose:

 

Eine Hypnose, gerade eine auflösende Hypnose, kann durchaus auch einige Tage nachwirken. Das hängt damit zusammen, dass wir in der Hypnose häufig verdrängt vorliegende Gefühle zugänglich machen. Diese Gefühle zu verarbeiten, kann über den Zeitraum der Hypnose hinausgehen. Diese Prozesse, die über die eigentliche Hypnose hinausgehen, sind wichtige Heilvorgänge, die bei den meisten Hypnosebehandlungen vorkommen. Es kann auch sein, dass du nach einer Hypnose vermehrt träumst, weil Hypnose das Unterbewusstsein anregt, aktiver zu arbeiten. Und ebenso wie in einer Hypnose ist das Unterbewusstsein, das Gefühl im Schlaf, besonders aktiv.

 

6.Dauer der Hypnosebehandlung:

 

Ich empfehle im Regelfall erst mal drei Hypnosen durchzuführen und dann noch mal zu schauen, wo wir dann stehen. Dann haben wir mehr Infos darüber, wie du in der Hypnose reagierst und ob wir noch weiter arbeiten sollten. Für die Anzahl der Sitzungen, die man insgesamt braucht, gilt das Laubhaufen-Prinzip: Um einen kleinen Laubhaufen zu

beseitigen, müssen Sie nur 2-3 mal laufen, für einen größeren Laubhaufen braucht man entsprechend mehr Zeit.

Ich empfehle immer, solange zu arbeiten, bis der Laubhaufen komplett beseitigt wurde.

 

7.Timing der Sitzungen:

 

Ich rate, die Sitzungen am Anfang im Wochen- bis Zweiwochentakt durchzuführen. Mit der Zeit kann man dann die Abstände je nach Bedarf vergrößern. Am Anfang sollte man jedoch etwas engmaschiger arbeiten, um einen guten Startimpuls zu geben. Erfahrungsgemäß gibt es dann im Laufe der Behandlung immer weniger aufzuräumen, weil man bereits den größten Berg abgearbeitet hat.

                                                                                                                                                 angeregt von einer Vorlage von Floris Weber, Hypnotiseur